Der Kaufpreis ist nicht alles

Wer eine Immobilie kauft, konzentriert sich oft ausschließlich auf den Kaufpreis. Doch die sogenannten Kaufnebenkosten können schnell 10–15 % des Kaufpreises ausmachen – und müssen in der Regel aus Eigenkapital bezahlt werden, da Banken sie selten mitfinanzieren.

Grunderwerbsteuer – die größte Nebenkosten-Position

Die Grunderwerbsteuer ist eine staatliche Abgabe, die beim Immobilienkauf anfällt. Die Höhe variiert je nach Bundesland erheblich:

BundeslandGrunderwerbsteuersatz
Bayern, Sachsen3,5 %
Hamburg4,5 %
Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz5,0 %
Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt6,0 %
Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen6,5 %

Bei einem Kaufpreis von 400.000 € können das also zwischen 14.000 € und 26.000 € sein – je nach Bundesland.

Notarkosten und Grundbucheintragung

In Deutschland ist jeder Immobilienkauf notarpflichtig. Die Notarkosten richten sich nach dem Kaufpreis und sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) geregelt. Als Richtwert gilt:

  • Notar: ca. 1,0 – 1,5 % des Kaufpreises
  • Grundbucheintragung: ca. 0,3 – 0,5 % des Kaufpreises

Zusammen fallen typischerweise rund 1,5 – 2,0 % für Notar und Grundbuch an.

Maklerprovision

Seit Dezember 2020 gilt in Deutschland das Bestellerprinzip beim Wohnungskauf: Die Maklerprovision wird häufig geteilt. Die Provision beträgt je nach Region insgesamt 4–7,14 % des Kaufpreises – Käufer und Verkäufer teilen sich diesen Betrag in der Regel hälftig.

In manchen Fällen – insbesondere bei privaten Verkäufen ohne Makler – entfällt diese Kosten komplett.

Weitere mögliche Nebenkosten

  • Gutachterkosten: Ein Wertgutachten kostet je nach Objekt 500 – 2.000 €
  • Gebäudeversicherung: Muss beim Kauf übernommen oder neu abgeschlossen werden
  • Renovierungs- und Sanierungskosten: Sollten bei der Gesamtrechnung einkalkuliert werden
  • Finanzierungskosten: Bankgebühren, Bereitstellungszinsen etc.

Gesamtüberblick: Kaufnebenkosten im Beispiel

KostenartUngefähre Kosten (bei 400.000 €)
Grunderwerbsteuer (z. B. NRW 6,5 %)26.000 €
Notar und Grundbuch (ca. 1,8 %)7.200 €
Maklercourtage (ca. 3,57 % Käuferanteil)14.280 €
Gesamtca. 47.480 €

Fazit: Kaufnebenkosten fest einplanen

Wer eine Immobilie kauft, sollte mindestens 10–15 % des Kaufpreises zusätzlich als Eigenkapital für Kaufnebenkosten einplanen. Eine solide Finanzierungsplanung – idealerweise mit einem unabhängigen Finanzierungsberater – ist die Grundlage jedes erfolgreichen Immobilienkaufs.